Emerson FAST BJ Helm

Wer seinem Look den letzten Schliff verpassen will, der braucht auf jeden Fall einen Helm.
Die gibt’s ja in den verschiedensten Varianten und Preiskategorien. Hier werfen wir mal
einen Blick auf einen FAST Helm für eher kleines Geld.

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Datenblatt:
Art: Helm
Material: Kunststoff (ABS), mit Stoffpolstern überzogenes Styropor
(Polstereinlagen)
Gewicht: ca. 550g

Lieferumfang:
➢ Helm
➢ Helmbefestigungen (Platte zur Befestigung von Actioncams), Lampenbefestigung,
21mm Rail, Ösen)
➢ Anleitung
➢ Poster

Fangen wir mal außen an. Der Helm besteht aus leicht angerautem ABS, hat auf der
Oberseite acht karoförmige Ventilationslöcher und Klettflächen an den Seiten und hinten.
Die Löcher sind nicht sauber ausgeschnitten, sodass kleine Plastikränder zurückbleiben
und auch die Klettflächen weisen stellenweise kleine Wellungen auf, da sich unsauber
aufgeklebt wurden.
Allerdings muss gesagt werden, dass das Plastik zumindest stabil genug ist, dass nach
etlichen Spieltagen fast keine Schäden durch Beschuss zu sehen sind. Aus Erfahrung, die
zeigt, dass Reife für Airsoft nicht unbedingt eine Alterssache ist, kann ich berichten, dass
ein Schuss mit einer GBB aus wenigen Zentimetern Entfernung nur eine minimale, leicht
zu übersehene Delle hinterlässt.
Auf der Vorderseite befindet sich die Halterung für Nachtsichtgeräte (NVG). Diese ist fest
mit dem Helm verbunden, kann also nicht ausgetauscht werden, sollte sie kaputt gehen.
Leider hat man hier schon wieder das nächste Qualitätsproblem. Um die Halterung herum
hat man so etwas wie eine Schweißnaht. Vom Aussehen her wirkt es so als wäre die
Halterung ein Aufkleber. Dazu wurden auf der Unterseite der Halterung simpel zwei Löcher
gebohrt in die das Ende der Haltebänder für ein NVG kommt. Die Haken der Haltebänder
musste ich ein wenig aufbiegen, damit ich sie auch problemlos rausnehmen und wieder
einhaken kann.
An der Stelle kommt nun auch schon das erste mitgelieferte Accessoire zum Einsatz; Eine
kleine Platte um z.B. Actioncams zu befestigen. Hübsch ist es nicht gerade mit den
Gussstellen und den Schrauben auf der Vorderseite, aber bis auf unsaubere Kanten (wie
leider bei fast allen Anbauteilen) gibt es daran nichts zu meckern.An den Seiten des Helms befinden sich Schienen für Anbauteile, die mit jeweils zwei
Metallschrauben am Helm befestigt sind und gleichzeitig im Inneren das Gerüst mit dem
Kinnriemen halten. Daran befestigt ist jeweils eine herausnehmbare Öse und das
Halteband. Wie das Band befestigt wurde hat mich doch stark überrascht. Es wurde
einfach am Ende ein Kabelbinder festgemacht, der einfach nur wegen dem größeren
Durchmesser das Band unter der Schiene festhält. Es tut seinen Job und hält auch, also
kann man sich insofern nicht beschweren, aber man wünscht sich doch eher eine
professionellere Lösung.

Was mich auch noch sehr an der Schiene selbst stört ist Folgendes: Der oberer Teil ist
vollkommen in Ordnung, aber beim schrägen Teil hinterm Ohr sind die Aussparungen in
der Mitte, in die die Anbauteile einrasten, schief gemacht worden, sodass die Anbauteile
auch nicht einrasten können. Dabei kann ich mir den Bereich als den wichtigeren
Montagepunkt vorstellen, da man dort z.B. Brillen anbringen könnte, oben aber nur
Taschenlampen, etc.
Kommen wir hier auch nochmal zu den mitgelieferten Anbauteilen. Da haben wir einmal
eine kleine Plattform zum Anbringen einer Taschenlampe, eine Picatinny- Schiene und
zwei kleine Schieber an denen man jeweils eine von zwei unterschiedlich großen Ösen
anbringen kann.
Drehen wir den Helm mal um und gucken rein. Dort haben wir zwei wichtige
Komponenten; Das Gestell, dass im Grunde für die Befestigung am Kopf da ist und die
Polstereinlagen. Im Stirnbereich hat man eine große Fläche aus ziemlich hartem Styropor
und davor eine schöne, dicke Polsterung. Daran auszusetzen ist nur, dass man es nur mit
Mühe abnehmen kann, sollte man es waschen wollen bei all dem Schweiß, den es
aufnimmt. Darunter verläuft auch schon das Plastikgerüst, dass an den Seiten zum Teil
mit Stoff überzogen ist und am Hinterkopf durch einen gummierten Regler in der Enge
einstellbar ist. An dieser Stelle hat man noch eine weitere feste Polsterung. Alle weiteren
Polster sind durch Klett „individuell anpassbar“. Man hat zwei für die Seiten, ein großes,
dass für den Hinterkopf gedacht ist und zwei kleine für die Mitte. Wirklich individuell
anpassbar ist da eigentlich nichts. Außerdem sind die Polster in der Mitte nicht auf die
Krümmung des Helmes abgestimmt, sodass sie nur gerade noch so mit Möglichkeit zum
wackeln und leicht abzureißen am Helm befestigt sind.
Alle davon teilen sich den gleichen Aufbau: Auf einem Stück dieses harten Styropors ist
ein dünnes Stoffpolster. Das Tragen tut nicht weh (mit mehr Gewicht auf dem Helm
vielleicht schon eher), aber wirklich komfortabel ist es auch nicht gerade. Die Polster
nachträglich noch aufzubessern oder wenn möglich auszutauschen ist sicherlich keine
schlechte Idee.

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Es sollte auch gesagt sein, dass die Polster keine Stöße absorbieren. Wer sich etwas auf
den Kopf haut, während er den Helm trägt, wird das schnell feststellen. Damit ist dann
wohl die einzige Schutzfunktion, die dieser Helm hat, der Schutz vor BB’s gegen den Kopf.
Dafür kann man viel an dem Plastikgerüst und dem Kinnriemen einstellen. Für das Gerüst
lockert (nicht löst) man die die hinteren Schrauben bei den Helmschienen und kann dann
im Inneren die geriffelten Kontaktpunkte passend in der Höhe verschieben.

Am Kinnriemen sieht das schon viel einfacher aus. Dort hat man an den Bändern, die zum
Kinnstück führen, kleine Plastikschieber mit denen die Enge des Kinnriemens eingestellt werden kann.Die Riemen fasern vom vielen Einstellen zwar etwas aus und die Nähte sind
nicht ganz sauber, aber ich denke mal es wird schon eine Weile halten.

Was mich mehr stört, ist der Kinnbereich. An der Stelle überlappen sich zwei Riemen,
sodass eine Öse entsteht, die dann das Kinn umgibt. Auf der Innenseite ist diese noch mit
einer Art Kunstleder überzogen. Die Nähte dort sind wirklich schlecht, sodass das
Kunstleder an den Rändern rumflattert. Der große Punkt ist aber, dass diese Öse bei mir
nicht mittig am Kinn liegt, sondern mehr bei der Schnalle zum lösen. Durch die Schieber
an den Riemen konnte ich es nicht richtig passend einstellen ohne dass es zu eng wurde.
Ich müsste also das Plastikgestell passend einstellen, nur ist dann dieses ganze Gestell
schief.

Kurz und knapp auf einen Blick:
Das ist mir positiv aufgefallen:
✔ hält Beschuss ohne ersichtliche Schäden stand
✔ viele Verstellmöglichkeiten

Das ist mir negativ aufgefallen:
✗ unsaubere, billige Verarbeitung
✗ Polster bieten zu wenig Komfort
✗ Polstereinlagen passen nur bedingt zur Helmform
✗ Halterung für Nachtsichtgeräte (NVG) kann nicht ausgetauscht werden
✗ Haltebänder für NVG lassen sich kaum aus ihren Verankerungen nehmen
✗ kein ernsthafter Schutz gegen Verletzungen!

persönliche Wertung:
Seien wir ehrlich, mit Qualität kann dieser Helm wirklich nicht punkten. Was das angeht ist
der Versuch, mit diesem Helm Geld zu sparen, ein Griff ins Klo. Bei so ziemlich jedem
anderen Produkt hätte ich so etwas Billiges nicht durchgehen lassen, aber weil es nur ein
Helm ist und die für meine Bedürfnisse eine reine optische Aufbesserung statt ein
Werkzeug sind, kann ich das dem Helm gerade noch so vor dem preislichen Hintergrund
der 20€ die ich gezahlt habe, durchgehen lassen.

Wer keine hohen Ansprüche an seinen Helm hat und sich wie ich mit den Macken
abfinden kann, der kann natürlich zu diesem hier greifen. Wessen Helm auch Leistungen
erbringen soll, wie vielleicht im MilSim, der sollte sich dann doch in einem anderen
Preisbereich umsehen. Alles dazwischen muss sich wohl eben noch ein wenig umsehen.